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Sie sind hier:  >> Top-News  >> Top News 2009  >> 12.10.09 "Bac" wird zum Drogensuchhund ausgebildet 


12.10.09 Bac & Michael spezialisieren sich weiter

eine Fortsetzungsgeschichte von Michael & Bac...

 

1.Woche (12.10. - 16.10.2009)

Michael Nachtigall  ..mit seinem Diensthund "Bac vom schwarzen Vorro"

hier ein paar Notizen über die erste Woche in Stuttgart:

Montag: Vormittags zunächst Anreise, Bezug der Unterkunft, Begrüßung. Mittags erste Übungen mit Bac. Spielen mit Bringsel, anschließendes Verstecken desselben und Suchen durch den Hund.

Dienstag: Beginn der „Stoffeingabe“. Suchübungen mit Bringsel und Kokain (in offenen Marmeladengläsern verpackt) beim Logistikzentrum der Fa. EnBW in Stuttgart

Mittwoch: Fortsetzung der Suchübungen. Vormittags im Bauhof in Waiblingen, Nachmittags im Bauhof Aldingen

Donnerstag: Suche bei der Fa. Haru-Präzision in Leinfelden-Echterdingen. Am Nachmittag erstes, in Kaffeefilterpapier verpacktes Kokain und Einbau von „Verleitungen“ in Form von leerem Filterpapier.

Freitag: Suche an einer „Suchwand“ (Holzwand, ca. 1,20 Meter hoch, 6 Meter lang. Löcher auf 2 Ebenen, in welchen Stoff, bzw. Verleitungen platziert werden) auf dem Gelände der Hundeschule in Stuttgart. Verleitung durch Gegenstände des täglichen Bedarfs (Handy, Schlüsselbund, Handschuhe u.a.)

Bac wird zum sog. Passiven Anzeigeverhalten ausgebildet. d.h.: er verweist das Rauschgift nicht durch kratzen o.ä., sondern legt sich „Platz“.


 

Bilder der ersten "Schritte" von Bac

 

2.Woche (19.10. - 23.10.2009)

"Bac vom schwarzen Vorro"  ..bei einer Trainingseinheit, im Rahmen seines BTM-Lehrgangs in Stuttgart.

Montag: Suche bei der Freiwilligen Feuerwehr Nürtingen. Hier wird zunächst die „Stoffeingabe“ Kokain, welches in verschiedene Materialien (Filtertüten, Cellophan, Papier) verpackt ist, ausgebracht. Gleichzeitig werden erneut „Verleitungen“ aus Kaffee, Salz, Waschmittel u.v.m., welches in die selben Materialien verpackt wurde, abgesucht. Im Anschluss daran Beginnt eine neue „Stoffeingabe“. Wir legen in offenen Marmeladengläsern gelagertes Heroin aus.

Dienstag: Vormittags suchen wir wieder im Logistikzentrum der EnBW. Es wird sowohl Kokain, Heroin und entsprechende „Verleitungen“ ausgelegt und anschließend abgesucht. Am Nachmittag bereiten wir zunächst neues „Material“ vor. Das Heroin wird, wie das Kokain in Kaffeefilter und ähnliches verpackt. Außerdem bereiten wir ein neues Rauschgift vor, in dem wir es ebenfalls abpacken. Es handelt sich um Amphetamin. Anschließend erfolgt wieder eine „Suchlage“ an der „Suchwand“ Hier wird wieder „Heroin im Glas“ gesucht. Als Verleitungen werden persönliche Gegenstände der Lehrgangsteilnehmer (Schlüsselmäppchen, Handschuhe, u.a.) ausgelegt.

Mittwoch: Wir durchsuchen vormittags Eisenbahn-Waggons auf dem Geländer der DB in Stuttgart. Es wird als Vertiefung des bisher Erlernten erneut verschiedentlich verpacktes Kokain und entsprechende Verleitungen ausgelegt und anschließend gesucht. Nachmittags suchen wir in Fellbach, nahe der Musterhaus-Siedlung, zum ersten Mal Fahrzeuge ab. Die Fahrzeuge sind im Rahmen der Abwrackprämie zur Verschrottung vorgesehen. Als Rauschgift werden im Außenbereich pro Fahrzeug ein Stück Kokain und im Fahrzeuginnen ein Stück Heroin versteckt.

Donnerstag: Ganztätige Suche bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wendlingen. Es wird sowohl Kokain als auch Heroin ausgelegt. Auch entsprechende Verleitungen werden ausgelegt. Am Mittag erscheint eine Delegation der Saudi-Arabischen Polizei aus Abu-Dhabi. Die Kollegen wollen sich ein Bild über die Ausbildung der Polizeihunde in Baden-Württemberg machen, da am kommenden Wochenende Saudi-Arabien einen Staatsvertrag mit Baden-Württemberg unterzeichnen will, welcher Unterstützung bei der Ausbildung Saudi-Arabischer Schutz- und Spürhunde zusichert.

Freitag: Suche im Bauhof Kornwestheim. Es wird nochmals je 1 Lage Kokain, Heroin und Verleitung gesucht. Anschließend wird die Ausbildung beendet. Wir räumen unseren Hundeanhänger, das Fahrzeug auf, Reinigen unsere Zimmer und dürfen dann nach Hause fahren.

Anm. des WM: "Bac" zeigt sich auch auf problematischen Untergründen (Böden etc) selbstsicher und konzentriert!

 

3.Woche (26.10. - 30.10.2009)



Montag: Wir fangen um 12.00 Uhr mit dem Dienst an und fahren zur Berufsfeuerwehr nach Ludwigsburg, wo wir mehrere versteckte Heroin- und Kokainproben suchen. Außerdem beginnen wir mit der „Geruchseingabe“ von Amphetamin, welches in Gläsern ausgelegt und dann gesucht wird.

Dienstag: Vormittags suchen wir „Amphetamin im Glas“, sowie verschieden verpacktes Heroin- und Kokain im Bauhof in Weilheim. Wie gehabt werden zur Absicherung der Hunde auch wieder Verleitungen in gleichem Verpackungsmaterial ausgelegt, um die Hunde wirklich auf den Geruch des Betäubungsmittels und nicht auf den der Verpackungsmaterialien auszubilden. Mittags suchen wir eine Langzeitlage auf dem Gelände der Fachhochschule Nürtingen. Hier wurde am Freitag zuvor Heroin und Kokain versteckt. Durch die längere Liegezeit verändert sich das Duft- und Geruchsfeld nicht unerheblich.

Mittwoch: Am Morgen brechen wir nach Waiblingen auf und suchen dort in den Unterrichtsräumen der Berufsschule. Es werden verpackte Proben von Heroin-, Kokain- und Amphetamin versteckt und nach einer gewissen Wartezeit gesucht. Am Nachmittag führen wir wieder ein paar Suchlagen auf dem Gelände der Hundeschule Stuttgart durch. Diesmal wir das Rauschgift in bewegliche Gegenstände wie Zigarettenschachteln und Handtaschen versteckt. Dies beinhaltet die Schwierigkeit, dass sich die Hunde auch an Gegenstände heranführen lassen müssen, die frei auf dem Boden oder einem Tisch liegen. Außerdem suchen wir auch je eine größere Menge Kokain und Heroin um den Hunden an auch mal ein größeres Duftfeld zu bieten.

Donnerstag: Wir suchen den ganzen Tag mehrere „Lagen“ bei der Fa. Grupp in Ludwigsburg. Es werden wieder die 3 bisher verwendeten Rauschgifte ausgelegt. Allerdings beginnen wir nun Lagen zu suchen, bei denen der jeweilige Hundeführer nicht weiß, wo das Betäubungsmittel versteckt ist. Denn nicht nur die Hunde sondern auch wir Führer werden ja ausgebildet und müssen lernen unseren Hund zu „lesen“. Das heißt im Klartext, dass unsere Hunde das Rauschgift ja vielleicht nicht jedes mal durch verweisen anzeigen, da sie z.B. kein Möglichkeit (Platzmangel) dazu haben. Wir müssen dann anhand des Verhaltens unserer Hunde sehen, ob sie an etwas „dran sind“ oder nicht. Außerdem werden so unbeabsichtigte Körperhilfen, die der Hundeführer vielleicht bisher unbewusst gab, abgebaut.

Freitag: Wir führen keine Suchlagen, durch sondern verpacken neues Rauschgift. Die bisherigen Verpackungen bei Heroin, Kokain und Amphetamin werden erneuert. Es werden auch neue Verpackungsmaterialien mit eingebaut. Auch neue Verleitungen werden verpackt. Außerdem verpacken wir zusätzlich noch Extasy-Pillen, die wir kommende Woche in die Suchlagen mit einbeziehen werden.

...Anm.des WM: sehr erfreulich, was da am Ende passiert!!!!!...da könnten sich viele eine "Scheibe" abschneiden

Im Anschluss daran ist diese Woche unser Lehrgang beauftragt, die Gemeinschaftsräume und die Küche zu reinigen. Außerdem müssen die Hinterlassenschaften unserer, sowie der Hunde der anderen 5 Lehrgänge, sowie der Polizeihundestaffel Stuttgart rund um das Gelände beseitigt werden. Diese Aufgabe wird wöchentlich von einem anderen Lehrgang durchgeführt und dient zur Reinhaltung der Umgebung, sowie der dortigen Naturschutzgebiete.

 

4.Woche (02.11. - 04.11.2009)

hier der kurze Bericht für die 4. Woche:

Montag: Nachmittags fahren wir nach Billigheim, wo wir eine Langzeitlage Heroin, Kokain und Amphetamin suchen. Als neuer „Stoff“ wird Extacy mit ausgelegt. Dieser ist dem bereits eingegebenen Stoff Amphetamin sehr ähnlich. Es werden auch frische und alte Verleitungen abgesucht.

Dienstag: Wir fahren wieder zur Fa. Haru-Präzision in Leinfelden-Echterdingen. Dort suchen wir den ganzen Tag über mehrere Suchlagen mit verstecktem Heroin, Kokain, Amphetamin und Extacy. Natürlich werden auch hier Verleitungen gelegt, die die Hunde ignorieren sollen. Außerdem suchen wir auch wieder an Gegenständen, bzw. an Verstecken, die die Hunde verschieben können. Z.B. können dies wie schon einmal Zigarettenschachteln und Handtaschen sein, aber auch andere Gegenstände, wie Schlüsselmäppchen oder CD-Hüllen.

Mittwoch: Wir fahren nach Neuffen zur Spedition Schall, wo wir den ganzen Tag über verschiedene Gegenstände und Räume absuchen und natürlich auch fündig werden. Auch hier wissen wir als Hundeführer manchmal nicht, wo sich das Betäubungsmittel befindet, sodass wir auf unsere Vierbeiner vertrauen müssen.

Donnerstag: Aufgrund einer Gerichtsverhandlung in Freiburg, zu der ich als Zeuge geladen bin, werde ich vom Lehrgang freigestellt.

Freitag: Als Vorbereitung für den weiteren Verlauf des Lehrgangs, suche ich in meinem Dienstbereich nach geeigneten Objekten, um dort Betäubungsmittel über eines der kommenden Wochenenden auszulegen, um es als Langzeitlage zur Verfügung stellen zu können.

 

5.Woche (09.11. - 13.11.2009) "Bergfest

Immer am Freitag um diese Zeit; der Kurzbericht der 5.Woche von "Bac" und Michael

Montag: Wir sind wieder zu Gast bei der Feuerwehr in Nürtingen und suchen am Vormittag das erste Mal Cannabis. Natürlich legen wir auch wieder Verleitungen aus, die die Hunde ignorieren sollen. Aufgrund seines intensiven Geruchs ist Cannabis für die Hunde sehr gut zu riechen und es fällt unseren Vierbeinern leicht, sich den Geruch einzuprägen. Am Nachmittag suchen wir wieder auf dem Gelände der Hochschule Nürtingen, genauer gesagt auf dem Anwesen „Jungborn“. Dort hatten Kollegen am vergangenen Freitag Extacy-Pillen versteckt.

Dienstag: Wir bekommen die äußerst seltene Gelegenheit, mit unseren Hunden in historischem Gemäuer zu arbeiten. Am frühen Morgen brechen wir auf zur Burg „Hohenzollern“, wo wir den ganzen Tag im Bereich der Schlossmeisterei arbeiten. Im Anschluss an unser Tagwerk bekommen wir noch eine Führung durch das Schloss.

Mittwoch: Wir fahren in die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart, wo wir mehrere Suchlagen legen, die wir am Vormittag absuchen. Der weitläufige „Rundgang“ bietet Gelegenheit, unsere Hunde konditionell zu fordern, indem wir die Suchlagen länger als gewöhnlich ausdehnen und die Hunde sehr intensiv arbeiten lassen. Am Mittag fahren wird dann nach Fellbach und suchen in der Nähe einer „Musterhaus-Siedlung“ präparierte Fahrzeuge ab.

Donnerstag: Wir fahren nach „Schönbühl“, einem mittlerweile leer stehenden Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Dort hatten meine Kollegen 1 Woche zuvor eine Menge Suchlagen ausgelegt. Jeder Hund durfte Durchgänge suchen. Bei jeder Suchlage war ein anderes Betäubungsmittel versteckt und überall befanden sich ausgelegte Verleitung. Für keinen der Hunde war dies jedoch ein ernsthaftes Problem. Auch die verschiedenen Böden (Laminat, Teppich, Linoleum, usw.) spielten keine Rolle. Nach getaner Arbeit fahren wir wieder zurück zur Hundeschule nach Stuttgart. Dort reinigen wir anschließend unser Fahrzeug und den Anhänger. Am Abend feierten wir alles zusammen das sogenannte „Bergfest“. Wir haben nun mehr als die Hälfte des Lehrgangs hinter uns sind deshalb „über den Berg“. Nach einem gemeinsamen Abendessen sitzen wir noch in der Unterkunft zusammen und genießen den Abend.

Freitag: Wir verpacken nochmals frisches „Material“. Es werden wiederum Heroin, Kokain, Amphetamin und zusätzlich, als neuer Stoff, Haschisch portioniert und abgepackt. Im Anschluss daran reinigen wir unsere Zwinger und Zimmer, dann werden wir nach einer kurzen Abschlussbesprechung ins Wochenende, und somit in die Lehrgangspause entlassen. Die Pause dauert 1 Woche, in welcher wir zuhause, auf unseren Heimatdienststellen, normal unseren alltäglichen Dienst verrichten.

 

6.Woche (23.11. - 26.11.2009)

Wie immer Freitags, hier der Bericht zur 6. Woche des Lehrgangs:

Montag: Wir fahren nach Fellbach zur Schwabenlandhalle, wo wir alle bisher eingeübten Stoffe, entsprechende Verleitungen, sowie Haschisch, als bisher nicht geübten Stoff auslegen und von unseren Hunden suchen lassen. Im Anschluss üben wir zum ersten Mal Rauschgift zu suchen, welches im Freien weggeworfen wurde, damit es beispielsweise bei einer Polizeikontrolle nicht gefunden wird.

Dienstag: Wir fahren morgens nach Neuffen zur Spedition Schall, wo wir den gesamten Vormittag die verschiedenen Betäubungsmittel und Verleitungen auslegen und dann absuchen lassen. Am Mittag fahren wir nach Brucken und gehen dort in ein leer stehendes Firmengebäude, wo wir Rauschgift verstecken.

Mittwoch: Es geht wieder nach Brucken in das leer stehende Gebäude. Wir suchen heute das Rauschgift, das wir Tags zuvor ausgelegt hatten. Zu Gast ist heute ein Kollege der Polizeihundestaffel Reutlingen, dessen Hund, im Rahmen unseres Lehrgangs, auf seine weitere Einsatztauglichkeit überprüft wird. Diese Überprüfung muss von Rauschgiftspürhunden jährlich durchgeführt werden.

Donnerstag: Zusammen mit Kollegen des Sprengstoffhundelehrgangs gehen wir in die Porsche-Arena. Wir legen unsere Betäubungsmittel aus. Die Kollegen legen Waffen, Munition und Sprengstoffe aus, die unseren Hunden als Verleitungen dienen. Im umgekehrten Fall dient den Sprengstoffspürhunden unser Betäubungsmittel als Verleitung. Durch lange und häufige Suchlagen bringen wir unsere Hunde, bedingt auch durch das warme Wetter, an die Grenzen ihrer Kondition.

Freitag: Während meine Kollegen in Stuttgart wieder die Unterkunft säubern und den Hundekot im Umfeld der Schule entfernen müssen, verstecke ich im Hegau** Rauschgift, das wir kommenden Donnerstag suchen werden, um wieder eine sog. Langzeitlage suchen zu können.

...es macht wirklich Freude zu sehen, wie sich alle Hunde (auch mein "Bac") steigern und eine immer höhere "Trefferquote erzielen (Anm.: Michael)

**Anm.:des WM: Das Rauschgift ist so gut versteckt, daß ausgeschlossen werden kann, dass es "Fremde" oder deren Hunde (Spaziergänger) finden. Die "Such-Lagen" werden mehrfach tgl. duch Michael, od. dessen Beauftragte, kontrolliert, um höchste Sicherheit zu gewährleisten und natürlich den Missbrauch gänzlich auszuschließen. Es sind außerdem so geringe Mengen, daß ein Mißbrauch keinen Sinn machen würde. Der Hund ist in der Lage, GERINGSTE Mengen, oder nur deren Rückstände, zu finden !!

 

7.Woche (30.11. - 03.12.2009)

Na Bacci, wo ist denn das Stöffchen????  ...so , oder so ähnlich, könnte es geschehen sein....

Wie gewohnt das Wochenprotokoll der beiden "Spürnasen":

Montag: Wir fahren auf das Areal der Deutschen Bahn in Stuttgart. Wir verstecken verschiedene Rauschgifte in 6 Bahnwagons. Natürlich legen wir auch hier wieder Verleitungen aus. Nach einer kurzen Liegezeit lassen wir die Hunde nacheinander Suchen. Jeder Hund bekommt ein Bahnwagon als „Suchgebiet“. Nach der intensiven Suche, die teilweise bis zu 20 Minuten dauerte, war den Hunden deutlich die Anstrengung und die Erschöpfung anzumerken. Nach einer kurzen Erholungspause, suchen wir nochmal eine Lage Rauschgift.

Dienstag: Wir fahren zum Betriebsgelände der Verkehrsbetriebe Esslingen. Jeder von uns bestückt einen Gelenkbus mit 1 Stück Rauschgift und zwei Verleitungen. Nach einer Wartezeit von ca. 1 Stunde fangen wir an zu suchen. Jeder Lehrgangsteilnehmer muss einen fremden Bus durchsuchen. Es wird ihm auch nicht verraten, wo das Rauschgift versteckt ist, bzw. wo sich die Verleitungsstoffe befinden. Im Anschluss an die Durchsuchungen durchsuchen wir einen Gelenkbus, den unser Lehrgangsleiter bestückt hat. Das Besondere hierbei ist, dass die Rauschgifte in beweglichen Gegenständen wie z.B. Plüschtieren, Briefen oder Zigarettenschachteln versteckt ist, die offen im Bus herumliegen. Nachdem alle Hunde auch diesen Bus durchsucht haben, legen wir noch mit Rauschgift bestückte Handtaschen, Kartons und ähnliches auf den Hallenboden und suchen diese mit den Hunden ab.

Mittwoch: Unser Lehrgangsleiter und ich fahren nach Fellbach. Wir bestücken dort 6 Fahrzeuge, wobei in manchen kein Rauschgift, in anderen mehrere Rauschgifte und in wieder anderen nur 1 Rauschgift versteckt wird. Natürlich legen wir auch wieder Verleitungen aus. Anschließend fahren wir zurück zur Hundeschule, wo wir unsere Kollegen Lose ziehen lassen. Den Losen wurde vorher ein Fahrzeug zugeteilt. Gemeinsam fahren wir dann zu den Autos, suchen diese nacheinander ab und besprechen dann im Anschluss, wer wo etwas gefunden haben will. Am Nachmittag haben wir Unterricht. Ein Kollege des Rauschgiftdezernats Stuttgart hält bei uns einen Vortrag über die im Moment im Umlauf befindlichen und gängigen Rauschgifte. Dies war äußerst interessant.

Donnerstag: Heute kommen meine Kollegen aus Stuttgart zu mir nach Engen. Wir suchen dort den ganzen Tag die Rauschgiftlagen, welche ich 1 Woche zuvor ausgelegt hatte. Hierbei möchte ich mich nochmals bei der Familie Brendle vom „Dielenhof“ in Engen recht herzlich bedanken, dass sie mir die Möglichkeit hierzu auf ihrem Hof gegeben hat. Es hat uns allen dort super gut gefallen. Wann sonst bekommt man schon mal die Möglichkeit, an einem Gülle-Wagen nach Rauschgift zu suchen??

Freitag: Ich bunkere das "im Hegau" versteckte Rauschgift wieder aus. Durch die unter der Woche geleistete Mehrarbeit, haben wir alle den Freitag frei.

 

8.Woche (07.12. - 11.12.2009)

Die vorletzte Ausbildungswoche in Stuttgart-

Montag: Wir beginnen mit Spätdienst und fahren nach Brucken in ein leer stehendes Fabrikgebäude. Dort waren wir zuvor schon einmal und hatten damals das Rauschgift liegen gelassen. Jeder Hund musste hier mehrere Suchlagen bewältigen.

Dienstag: Wir fahren in den Neckar-Odenwald-Kreis nach Mosbach. Dort durchsuchen wir Zimmer der Bundeswehrkaserne „Neckartal“. Es liegen mehrere Rauschgifte aus, die ein Kollege von uns letzte Woche ausgelegt hatte. Es wurde uns nicht verraten, wo etwas versteckt war und wir mussten uns hier wieder voll auf unsere Hunde verlassen. Im Anschluss an die Durchsuchungen erhielten wir noch eine Führung durch die Untertage-Anlage der Luftwaffe und des Heeres, was außerordentlich interessant war.

Mittwoch: Gemeinsam mit den Kollegen des Sprengstofflehrgangs fahren wir zum Landeskriminalamt und erhalten dort einen Einblick in die Arbeit eines „Entschärfers“ für unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen. Uns wurden Handlungsempfehlungen gegeben, wie man sich zu verhalten hat, wenn verdächtige Gegenstände (z.B. Sprengsätze, Koffer, usw.) auffindet. Danach wurden uns noch verschiedene Sprengmittel praktisch vorgeführt.

Donnerstag: Wir fahren Vormittags zur Fa. Grupp nach Ludwigsburg. Unser Lehrgangsleiter hatte die Werkhalle und das Lager mit Rauschgift bestückt. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt. Beiden Gruppen wurde ein Stockwerk zugeteilt. Jede Gruppe musste sich diesen Raum aufteilen. Nach einander durfte jeder Hund suchen. Wir besprachen uns im Anschluss an die Suche mit dem Lehrgangsleiter und sagten ihm, wo unsere Hunde angezeigt hatten oder sich interessiert zeigten. Am Nachmittag fahren wir nach Aldingen zum dortigen Bauhof und suchen dort Großmengen (mehrere hundert Gramm Haschisch, Kokain und Heroin)

Freitag: Wir bleiben auf dem Areal der Schule und suchen dort mehrere Suchlagen mit beweglichen Gegenständen, Jacken an der Garderobe und ähnliches. Anschließend räumen wir noch unsere Stuben und den Gemeinschaftsraum auf. Dann ist Wochenende.

Die nächste Woche ist die letzte des Lehrgangs.
So schön es auch ist, sind wir doch alle froh, dass der Lehrgang bald beendet ist und wir wieder auf Dauer zurück auf unsere Heimatdienststelle kommen. Auch unseren Hunden merkt man die doppelte Belastung jetzt doch ziemlich deutlich an.

 

9.Woche (14.12. - 17.12.2009) -Das Finale

Hier der Rapport über die 9. und somit letzte Ausbildungswoche meines Lehrgangs beim Polizeipräsidium Stuttgart:

Montag: Wir fahren wieder nach Schorndorf in das ehemalige Jugendheim „Schönbühl“. Dort hatten wir bereits am 05.11. Rauschgift und Verleitungen versteckt. Jeder Hund sucht insgesamt 5 lange Suchlagen. Alle Hunde zeigen die Rauschgifte, trotz der langen Liegezeit, sicher an.

Dienstag: Wir fahren nach Oberberken. Dort suchen wir mehrere lange Suchlagen, die ein Kollege von uns am Freitag vorbereitet hat. Ein Teil der Suchlagen befand sich im Freien, als sogenannte „Bunker“, die unsere Hunde aufstöbern mussten. Erschwerend kam an diesem Tag dazu, dass es seit dem Morgen heftig schneite und wir im wahrsten Sinne des Wortes im Schneesturm suchten. Aber dies machte den Hunden offensichtlich weniger aus als deren Führern.

Mittwoch: Wir fahren zur Ludwigsburger Feuerwehr. Wir werden vom Schulleiter der Polizeihundeschule Stuttgart begleitet, welcher sich ein Bild von uns, und unseren Hunden machen will. Jeder von uns legt in einem Zimmer Rauschgifte und Verleitungen aus. Nach einer kurzen Liegezeit fangen wir mit der Suche an. Jeder Hundeführer sucht in einem anderen Raum, als er bestückt hatte und erfährt nicht, wo das Rauschgift versteckt ist. So wird eine realitätsnahe Situation nachgestellt. Wir finden alle die Versteckten Rauschgifte und bestehen damit diesen Test.

Am Mittag fahren wir nochmal nach Fellbach und durchsuchen wieder Fahrzeuge, wobei wir dieses Mal größere Mengen von Rauschgift im Motorraum verstecken und anschließend suchen lassen.

Abends feiern wir gemeinsam mit den Kollegen des Sprengstoffspürhundelehrgangs das Abschiedsfest.

Donnerstag: Wir treffen uns am Morgen im Lehrsaal der Schule und erhalten Medikamente für unsere Hunde, falls sie in Kontakt mit Rauschgift kommen. Anschließend unterhalten wir uns über wichtige Dinge, die wir beim Üben und beim Durchsuchen von Echtlagen beachten sollten. Nach der Mittagspause säubern wir unseren Hundeanhänger und das Fahrzeug. Anschließend putzen wir noch unsere Hundezwinger. Als das getan ist treffen wir uns erneut im Lehrsaal und werden vom Schulleiter und unserem Lehrgangsleiter verabschiedet, weil wir alle den Freitag frei haben.

Der Lehrgang in Stuttgart war eine sehr schöne Zeit, was nicht zuletzt am Lehrgangsleiter und den anderen Lehrgangsteilnehmen lag. Wir hatten zusammen viel Spaß, aber jetzt bin ich froh, wieder zuhause zu sein. Am Montag nehme ich den Dienst auf meiner Hundestaffel wieder auf und freue mich schon darauf, mit Bac in den 1. Rauschgift-Einsatz gehen zu dürfen.

Allen Lesern danke ich für die Aufmerksamkeit über die letzten Wochen. Ich hoffe, Ihnen haben die wöchentlichen Berichte gefallen.

Ihr

Michael Nachtigall mit "Bac vom schwarzen Vorro"

PS:
Mein Bac hat sich jedenfalls prächtig geschlagen; ich bin stolz auf ihn !

 

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Anm.des Webmasters:

Wir verraten natürlich keine Geheimnisse, wenn wir die Ausbildung eines BTM-Diensthundes an dieser Stelle etwas detailliert beschreiben, und auch bebildert dokumentieren. Die Hunde lernen im Laufe dieser Ausbildung so viele Facetten diesen schwierigen Einsatzgebietes kennen, daß diese Abhandlung nicht pauschaliert werden kann, sondern auf jeden Hund, und seinen Eigenschaften und Vorlieben, abgestellt und abgestimmt ist.
Oberstes Gebot dieser Ausbildung ist die strikte Vermeidung eines direkten Kontaktes des Hundes mit den entsprechenden Drogen !! Die Hundenase, die ein Phänomen der Natur ist, macht dies alles möglich. Das weit verbreitete Vorurteil, die BTM-Hunde würden süchtig gemacht, wäre der sichere Tod eines Hundes und würde verhindern, daß dieser Hund jemals zum Einsatz kommt.

Die Veröffentlichung von "Bac's" Spezialausbildung erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung.

 

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